
Als «gemeyne peste» oder «Geschlechterpest» bezeichnete man die Syphilis, als «la peste des petits enfants» die Pocken, als «Kriegs-» oder «Lagerpest» oder einfach als «une espèce de peste» den Flecktyphus, als «kalte Pest» den Cholera morbus, als «weisse Pest» die Lungenschwindsucht. Nachrichten über die Pest schrecken heute noch auf. Die Pest stellt den Inbegriff von Seuche, Plage, Katastrophe dar. Eine kleine Seuchengeschichte.
Von Beat Rüttimann
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| Aderlass, Purgation und zuweilen haarsträubende Medikamente zählten zu den Remedien der mittelalterlichen Pestärzte. Hier ein Vertreter der Gattung, ausgestellt im Medizinhistorischen Museum in Kopenhagen. |
Moderne Nachschlagewerke definieren in weitgehend übereinstimmendem Wortlaut Seuche als Infektionskrankheit mit Massenausbreitung und schwerem Verlauf. Doch jahrhundertelang stand der Begriff für Krankheiten, welche die Bevölkerungsstruktur am dramatischsten, wenn auch nicht am stärksten und nachhaltigsten, veränderten.
Man dachte an die Verbreitung krankmachender Agentien, von unsichtbaren Tierchen, von Samen oder Giften, entweder durch direkten Kontakt die «contagio» im engeren Sinn oder in der Luft durch Miasmen und Krankheitsstoffe, und zwar entsprechend den Witterungsverhältnissen, die ihrerseits durch die Konstellationen der Gestirne und oberhalb der Natur durch das Walten Gottes bestimmt sind. Auf diese umfassende Weise war eine Seuchenzeit charakterisiert.
Ein Pestzug bedeutete also eine Seuchenzeit mit Vorherrschen der Bubonenpest. Die Seuchenzeit-Stimmung wurde bildlich neben vielen anderen von Pieter Brueghel dem Älteren und Arnold Böcklin, literarisch von Axel Munthe im «Buch von San Michele» oder von Albert Camus in «La peste» dargestellt.
Der weit offene Blickwinkel für Seuchenzeiten bezog auch mit ein, was der Volksmund mit «Ein Unglück kommt selten allein» meint. Simplicius Simplicissimus sprach von «Kriegsflammen, Hunger und Pestilenz», und in der Litanei bat man um Bewahrung «a fame, peste et bello», vor Hungersnot, Seuchen und Krieg. Diese werden wie auch der Tod eindrucksvoll auf Albrecht Dürers Blatt «Die apokalyptischen Reiter» veranschaulicht und als «alle die fahlen Rosse der Apokalypse» von Stefan Zweig in seiner «Welt von ges-tern» geschildert.
Ursachen und Folgen sind verquickt und verkettet. Hunger wird durch Pest oder Krieg bewirkt, kann aber auch einen Krieg auslösen. Der Reiter der Seuchen verschiesst mit dem Bogen einen Krankheitspfeil, doch hat er mehrere Pfeile im Köcher; ein Epidemiegebiet kann von einer zweiten Seuchenzeit heimgesucht werden oder eine endemisch schwelende Krankheit lodert plötzlich als Epidemie auf. Gleichzeitigkeit kommt ebenso vor wie zeitliche Folge, mehrfache Kausalität kann sogar Kreisform annehmen.
Vorkehrungen gegen Pest und Pesten
Im Kampf gegen Seuchenzüge war die Medizin zunächst völlig hilflos. Politische und wirtschaftliche, konkret administrative, polizeiliche und technische Massnahmen standen hinsichtlich ihrer (gleichwohl begrenzten) Wirksamkeit im Vordergrund. Dazu gehörten Quarantäneeinrichtungen, Pestkordons, Pestbarrieren und vor allem Verbote: Verbot von Handelsbeziehungen, Stadtverbote, Verkaufsverbot für bewegliche Güter von Pestopfern, Verbot von Markttagen, die Schliessung öffentlicher Badestuben, schliesslich das Verbrennen von Häusern und Gegenständen, die Isolierung ganzer Familien, Strassenräumungen, das Abbrennen von Notfeuern gegen die als Feuersbrunst aufgefasste Seuche, die eine Beulenpest sein konnte, aber ebenso eine Cholera oder ein Fleckfieber.
Gesundheitsinspektoren traten in Aktion, Seuchenspitäler und Behelfslazarette wurden eingerichtet, Pestlöcher und Notfriedhöfe angelegt, Räucherungen und Desinfektion eingeleitet, Pestscheine und Seuchenpässe ausgestellt.
Ein derartiges Dokument war am 13. August 1575 von der «ruhmreichen» Stadt Pavia ausgefertigt worden, und zwar für «Mgr (Monsignore) Michel, Tedesco (deutscher Sprache), solo (alleinreisend), a cavallo (zu Pferd)», dem bescheinigt wurde, frei zu sein von jeglichem Pestverdacht. Über vierhundert Jahre später befindet sich dieser Zettel etwas verblichen, eingerissen und stockfleckig in der Sammlung des Medizinhistorischen Instituts Zürich. Dort werden auch einige wohl ebenso alte Pestschutzblätter aufbewahrt; meist stellen sie einen Schutzpatron oder einen Nothelfer, vor allem die heiligen Sebastian und Rochus dar. Man wäre versucht, von «Sankt Rochus international» zu sprechen, so verbreitet war seine Verehrung in aller Herren Ländern und Sprachen.
Hätten alle bekannt gewordenen Massnahmen gleichenorts und gleichzeitig stattgefunden, könnte man von einem fast geschlossenen Seuchenabwehrsystem sprechen. Darin hatte auch die Medizin ihren Platz, denn es begann sich schon früh ansatzweise ein öffentliches Gesundheitswesen auszubilden. Es etablierten sich Absprachen und Zusammenarbeit unter Stadtärzten, Behörden und Pflegegemeinschaften, es gab Verbesserungen und Kontrollen der Hygiene, es entwickelte sich die «Medicinal-Polizey». Gesetzgebung und Rechtsprechung waren gefordert, ebenso Stadtsanierung und moderne Planung. Theologie und Ethik suchten Antworten auf die zahlreichen, brennenden Fragen, die sich im Umgang mit Seuchen und mit dem Verhalten der Betroffenen stellten.
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| Als Pestfurie und Sensemann in einem: So sah der achtzigjährige Arnold Böcklin am Ende des letzten Jahrhunderts den Reiter der Seuchen. |
Manchenorts brachen Panik, Wut und Volkszorn aus; «Blitzableiter» und Sündenböcke wurden gesucht und meist auch gefunden. Es kam zu Verzweiflungstaten, zu Sittenverfall, zum Einbruch wohlgesetzter Ordnungen und sozialer Strukturen, zur Lösung familiärer und gesellschaftlicher Bindungen, zu Schuldgefühlen, Misstrauen und allgemeiner Verunsicherung, doch bezeugtermassen auch zu wahrer Aufopferung und Selbstlosigkeit. Man spricht heute von katastrophentypischen Reaktionsmustern. Dass sie in Literatur und Kunst man denke an Totentänze, Rochusstatuen, Pestsäulen reichen Niederschlag fanden, erstaunt nicht.
Medizinische Strategien
Pest und andere «Pesten» stellten die Medizin des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit vor schier unlösbare Probleme. Sie verfügte über Aderlass, Purgation und ein reichhaltiges, nicht immer appetitliches Medikamentensortiment, darunter immerhin auch «antiseptica remedia».
Das Pariser Pestgutachten von 1348 beschränkte sich zur Hauptsache auf Empfehlungen, angelehnt an die Lehrmeinungen der Antike. So sollte man sein Heil in rascher Flucht und in später Rückkehr suchen (cito longe fugas et tarde redeas); zu meiden waren fatigua (Ermüdung), fames (Hunger), fructus (Früchte), femina (Verkehr) und flatus (Blähungen). Wichtiger als ärztliche Praktiken blieben Pflege, mitmenschliche Sorge und Betreuung.
Lange Zeit tobte ein unerbittlicher Streit um «Miasmata» und «Contagien» zwischen Kontagionisten und Antikontagionisten. Als 1830 die Cholera erstmals Europa überfiel, herrschte immer noch keine Einigkeit. An präventivmedizinischen Vorschlägen und Massnahmen war kein Mangel, doch spezifisch wirksame Therapien fehlten weiterhin. Besonders im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts verzeichneten die Naturwissenschaften einen sprunghaften Anstieg an Erkenntnissen, die auch der Medizin zugute kamen. Hygiene, Bakteriologie, Antisepsis und Asepsis, schliesslich die Chemotherapeutika verlängerten die Spiesse im Kampf gegen die Seuchen. Das ändert nichts daran, dass man allzu oft ins Hintertreffen gerät, überrascht wird, zu einer Reaktion gezwungen ist und die Initiative der Seuche überlassen muss. Allen Präventivüberlegungen zum Trotz wiederholen sich solche Abläufe bis in die heutige Zeit.
Auswirkungen der Seuchen
Bislang war hauptsächlich die Rede von der Pest, die besonders von 1348 bis 1352 Europa als Schwarzer Tod pandemisch heimsuchte, gefolgt von neun grossen europäischen Epidemien bis 1722 und vielen örtlich begrenzteren Zügen. Man nimmt an, dass allein das «Grosse Sterben» in der Mitte des 14. Jahrhunderts ein Viertel bis die Hälfte der damaligen Bevölkerung des Kontinents dahinraffte, also 25 bis 50 Millionen Menschen. Einzelne Städte starben gänzlich aus. Für das Jahr 1610 notierte Felix Platter in Basel, dass von den 12 647 Ansässigen gut jeder Zweite erkrankte und jeder Dritte verstarb. Solche Zahlen entziehen sich jeder Vorstellung. Die Pest ist auch nicht das einzige Beispiel. All dieses Leiden lässt sich nicht aufsummieren. Über die eigene, individuelle Leidensschwelle hinaus gelangen wir kaum, wie wir Leiden und Schmerz nicht wirklich teilen, sondern bloss bezeugen können. Denken und Gefühl sind ausgeschaltet an einem bestimmten Punkt; Teilnahmslosigkeit entpuppt sich als überlebensnotwendiger Selbstschutz. Ähnliche Erfahrungen machten die namenlosen Helfer in Pestzeiten, der Docteur Rieux bei Camus und zahlreiche Ärzte, ja die meisten Menschen, die ihre Augen vor den Greueln und Geisseln ihrer Zeit nicht verschlossen haben.
Weltweiter Austausch
Am Ende des 15. Jahrhunderts und unmittelbar nach der Rückkehr Kolumbus von seiner ersten Amerikafahrt verbreitete sich die Syphilis über ganz Europa. Die Erkrankungen waren äusserst heftig, wie auch der Reichsritter und Poeta laureatus Ulrich von Hutten vermerkt, und anfänglich nicht ausschliesslich venerisch.
Ob es sich um einen Import aus der Neuen Welt handelte, ist noch immer nicht entschieden. Fest steht aber, dass die Alte Welt tüchtig in die Neue exportierte: Pocken, Masern, Grippe, Mumps und andere Krankheiten, die sich dort wegen fehlender Bekanntschaft mit den Erregern und erst allmählich erstarkender Abwehr grauenhaft auswirkten.
Das Aufeinandertreffen der beiden Welten war nicht nur ein kultureller, sondern ebenso ein biologischer Schock, denn auch die Mikroben reisten in beide Richtungen mit. Als ungebetener Gast auf langen Schiffsreisen erwies sich übrigens der Skorbut: Als Geissel der Seefahrt forderte er nach einigen Monaten Segeldauer oft mehr Opfer als Stürme und Kanonendonner.
Im 18. Jahrhundert ahnten und erfuhren manche Kapitäne, dass Zitrusfrüchte, frisches Obst und Gemüse vorbeugende oder heilende Wirkung hatten, und James Lind bestätigte 1747 diese Erkenntnis in der möglicherweise ersten kontrollierten klinischen Studie. Sie wurde aber nicht sofort akzeptiert, und auf offener See wachsen keine Orangen und Zitronen; zuverlässige Konservierungstechniken waren vonnöten.
Pocken und Typhus
Die «pestis variolosa» oder Blatternpest, die Purpeln oder Pocken löschten das Leben vieler Kleinkinder und Kinder aus, aber auch das des französischen Königs Ludwig XV. Zahllos sind die Gesichter, die sie verunstalteten. Porträts und «Conterfaits» auf Medaillons oder Tabakdosen sind hier wenig zuverlässig, da meistens «geschönt». Ergiebiger sind schon kritische und giftige Notizen von Zeitgenossen.
Ausserhalb von Europa war die Inokulation mit Menschenpocken, die Variolation, seit langem bekannt; nach Europa eingeführt wurde sie ab 1717 von Lady Mary Wortley Montagu. Die Impfung mit Kuhpocken durch kutane Infektion, die Vakzination, gehörte manchenorts zur volksmedizinischen Praxis, wurde aber erst 1796 nach zwanzigjährigen Untersuchungen von Edward Jenner als gesicherte Schutzimpfung bekannt gemacht und verbreitet.
Dekretierter Impfpflicht in verschiedenen Ländern stand eine heftige Ablehnung anderswo gegenüber; Gegner und Befürworter lieferten bekriegten sich mit spitzem Griffel und bissigen Karikaturen jahrzehntelang. Seit dem 26. Oktober 1977 sind die Pocken offiziell ausgerottet.
Als Flecktyphus oder Fleckfieber hat man die «Pest von Athen» des Thukydides (mit grosser Wahrscheinlichkeit) identifiziert, als «Kriegspest» und «Lagersucht» wurde die Krankheit vorwiegend durch Kleiderläuse nicht allein in Truppenverbänden, beispielsweise in Napoleons Grande Armée auf dem Marsch nach Moskau, sondern ebenso sehr in Lazaretten und durch heimkehrende Kriegsleute unter der zivilen Bevölkerung verbreitet.
Festungen und geschlossene Städte, Gefängnisse, aber auch Klöster, Schulen oder Universitäten fielen ihr mit einer Mortalität bis vierzig Prozent zum Opfer, besonders wenn die Begleitumstände Klima, Hygiene, Ernährung ungünstig waren. So kam die Infektion auch in den Flüchtlingsströmen am Ende des Zweiten Weltkriegs vor.
Das «Cholera-Miasma» der vier grossen europäischen Epidemien zwischen 1830 und 1898 wurde von Robert Koch 1884 mikroskopisch dingfest gemacht und «Kommabazillus» benannt.
Tuberkulose
Koch war es auch, der zwei Jahre früher einen anderen Bazillus gefunden hatte, denjenigen der «weissen Pest» und des «bleichen Sterbens». Bei der Schwindsucht sollte man aber nicht bloss an das romantisch verklärte Leiden der Kameliendame, der Traviata und der Bohème denken, und auch nicht einzig an die ZauberbergAtmosphäre, sondern an eine wahre Pestilenz und Seuche des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Ihr Auftritt war wenig spektakulär, ihr Zugriff umso herzloser. Sie durchseuchte mit schlimmsten Folgen die rasch wachsenden, übervölkerten, muffigen und ärmlichen Quartiere der Städte, wo landflüchtige Fabrikarbeiter mit ihren grossen Familien wohnten. Staatliche oder soziale Hilfeleistungen waren zunächst unbekannt und flossen auch später nur spärlich.
Es bedurfte einer ganzen Reihe von Faktoren, um die Tuberkulose zurückzudrängen: Verbesserung der Hygiene, der Ernährung und des Lebensunterhalts, Sanierung der Wohnräume und ganzer städtischer Wohnviertel, Ausrottung der bovinen Tuberkulose, BCG-Impfung, Isolierung der Kranken, Kurbehandlung und Phthiseochirurgie. Tuberkulostatische Medikamente wurden erst verfügbar, als die sogenannte Auszehrung ihre Schrecken weitgehend verloren hatte. Dass sie jetzt wieder im Zunehmen begriffen ist und sich immer häufiger Resistenzen ausbilden, schreckt vorausschauende Mediziner.
Cholera
Als die ostindische Brechruhr alias Cholera 1830 gegen das westliche Abendland vorrückte, blickten offenbar wenige Ärzte voraus. Umso eindrücklicher ist das Beispiel von Dr. med. Johannes Hegetschweiler, der im August 1831, also lange bevor die Cholera Paris erreichte, eine Broschüre «Über den Charakter, die Cur und die Verhütung» der Seuche verfasste. Er stützte sich auf das neueste Schrifttum und auf eigene Erfahrungen mit bösartig verlaufenden Krankheiten. Bösartigkeit und Massenausbreitung über Kontinente waren in der Tat die massgeblichen Charakteristika dieser neuen Epidemie, die wie ehedem eine Pest durch die Lande zog.
Die Kombination der beiden genannten Hauptmerkmale beansprucht im Rückblick eine gewisse Ausschliesslichkeit. Das könnte erklären, weshalb Lepra und Ergotismus, Kinderlähmung und Malaria in früheren Quellen kaum als «Pes-ten» angeführt werden. Eines der Kriterien ist nicht oder nicht ganz erfüllt. Damit ist keineswegs bestritten, dass sie jahrhundertelang als übelste Plage galten und im Verein mit anderen seuchenähnlichen Krankheiten gefürchtet waren.
«Angst im Abendland» (Jean Delumeau) herrschte natürlich nicht nur wegen der Pestilenz. Dennoch fragt man sich heutzutage, ob die Menschen nicht ängstlicher geworden seien in neuerer Zeit, in der das Weltbild nicht mehr so festgefügt erscheint und die Heilsgewissheit fehlt, die Niklaus Manuel, genannt Deutsch, im Berner Totentanz zum Ausdruck brachte.
Geschichte der Seuchen
Idealerweise müsste sich eine wissenschaftlich verstandene Betrachtung abgelaufener Seuchenzüge mit dem historischen Kontext jeder einzelnen betroffenen oder angesprochenen Wissenschaft befassen. In der Tat gibt es bereits eine fast unübersehbare Menge einzelner Studien und gelehrter Abhandlungen; auch zusammenfassende Darstellungen wurden verlegt.
Wollte man sich ein möglichst vollständiges Bild verschaffen, müsste man gleichzeitig MultiSpezialist und Allrounder sein und Zeit haben Dem Eingeständnis, dass dies schwindelerregend hoch geschraubte Ansprüche sind, steht in den verschiedenen Fach- und Laienkreisen ein Interesse an der Seuchengeschichte gegenüber, das man als erstaunlich breit und anhaltend wenn nicht gar hartnäckig bezeichnen kann.
Das Thema ist seit bald zwei Jahrzehnten ständig in den Medien präsent: Es gibt viel zu hören, zu sehen und zu lesen. Seit Jahren verkehren die unterschiedlichsten Medienschaffenden in Biblio- theken und Sammlungen des Medizinhistorischen Instituts. Wenn Autoren, seien es nun Profis oder Amateure, Ideologen oder Eklektiker, Forscher oder Vermittler, nicht die nötige Sorgfalt walten lassen, dann entstehen Seuchengeschichten statt Seuchengeschichte. Ihr Unterhaltungswert mag unbestritten sein; der Sache selbst leisten sie einen Bärendienst.
Prof. Dr. Beat Rüttimann ist ordentlicher Professor für Geschichte der Medizin und Direktor des Medizinhistorischen Instituts und Museums.
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Pressestelle der Universität Zürich
Nicolas Jene (upd@zuv.unizh.ch)
Last update: 28.06.99